Beetle Banks: Käferbänke für die Umwelt

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Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat vieles verändert: Um die Effektivität von landwirtschaftlich genutzten Feldern zu erhöhen, wurden sie von sogenannten Ausgleichsflächen getrennt. Diese ökologischen Sonderflächen haben den Zweck, Lebensräume für Insekten, Spinnentiere und andere Kleinstlebewesen zu bieten. Dies ist zwar ein guter Gedanke, vernachlässigt aber in seiner Umsetzung einen wichtigen Punkt. Durch die sogenannte Segregation, die Trennung von produktiven Ackerflächen und ökologischen Sonderflächen, entstehen Monokulturen. Der Boden der Ackerflächen wird also zu einseitig seiner Nährstoffe beraubt. Monokulturen sind darüber hinaus anfälliger für Schädlinge. Hier finden Sie weitere Informationen zu Monokulturen. Doch eine effektive Nutzung von Ackerflächen und der Erhalt von Natur und Artenvielfalt können auch miteinander einhergehen und auf demselben Boden stattfinden. Das ist der Punkt, an dem Insektenwälle eine Lösung darstellen. Insektenwälle, sogenannte Beetle Banks oder Käferbänke, ermöglichen Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Warum? Das erklären wir in diesem Blogbeitrag.

So funktionieren Insektenwälle

In unserer industrialisierten Welt braucht es Rückzugsorte für Tiere, damit die komplexen Ökosysteme wenigstens im Kleinen Bestand haben können. Naturschutzgebiete sind zum Beispiel solche Rückzugsräume für die Tier- und Insektenwelt. Die Beetle Banks bzw. Insektenwälle fördern dabei die Idee von geschützter Artenvielfalt. Statt die kleinen Ökosysteme von anderen Kleinstlebewesen zu isolieren, sollen diese mit großen Ackerflächen in der Landwirtschaft kombiniert werden. Mit anderen Worten: Insektenwälle in produktiv genutzte Ackernutzung integrieren. Das erschließt Kleinstlebewesen einen großen Raum, um sich ungestört zu vermehren und fördern gleichzeitig die Biodiversität eines Feldes. Das ist enorm wichtig für die angebauten Pflanzen, um gegen die Gefahren von Monokulturen bestehen zu können.

Wie entstehen Insektenwälle?

Im weitesten Sinne kann man Insektenwälle als Insektenoasen bezeichnen. Sie werden nämlich an den Rändern eines Feldes angelegt, wo eine spezielle Grasmischung gesät wird. Dabei handelt es sich z.B. um sogenanntes Knaulgras. Die entstehenden Streifen sollen eine Breite von 2 bis 4 Metern haben und ungefähr 40 Zentimeter hoch sein. An den Rändern von Feldern werden diese Wälle deshalb angelegt, weil dadurch ein Lebensraum für Insekten- und Spinnenarten geschaffen wird, die in den Wintermonaten überwintern müssen. Wie der Name “Insektenoase” suggeriert, handelt es sich bei den Wällen also um einen überlebenswichtigen Zufluchtsort für Insekten, Spinnen und Kleintiere, bevor diese im Frühjahr wieder in das Feld einwandern. 

Die Vorteile von der Käferbank

Die radikale Segregation von Ackerflächen sorgt für einen bedenklichen Rückgang an Insekten und Spinnen. Das hat Konsequenzen für das Niederwild und Singvögel, die auf diese Insekten und Tiere angewiesen sind. Außerdem nimmt die Zahl von Schädlingen bei segregierten Monokulturen signifikant zu. Somit haben Insektenwälle Vorteile, die auf der Hand liegen. Zum einen sorgen sie für einen wirtschaftlichen Gewinn, da Schädlinge eine weitaus geringere Gefahr darstellen. Von viel größerer Bedeutung ist aber sicherlich die Rückkehr zu mehr Biodiversität. Es ist damit zu rechnen, dass insektenfressende Vogelarten wie Goldammer, Feldlerche, Kiebitz, Rebhuhn und Fasan sich wieder in größerer Zahl vermehren können, wenn die Käferbänke ihnen eine große Nahrungsquelle bieten. Pro Quadratmeter ist immerhin Lebensraum für 1.000 Insekten und Spinnen. Dazu kommt außerdem die Tatsache, dass durch die Wälle Bodenbrütern und Kleintieren ein weiterer und wichtiger Lebensraum erschlossen wird.

Unterstützen Sie den Aufbau von Beetle Banks

Umweltschutz, Artenschutz, Biodiversität. Das sind alles wichtige Eckpfeiler einer gesunden Natur. Sollte Sie das Konzept der Insektenwälle überzeugt haben, können auch Sie sich gerne beteiligen. Beschenken Sie die Natur. Eine gute Möglichkeit stellt dafür das Projekt Blühfläche dar. Sie haben die Wahl, Blühpate zu werden oder eines unserer Projekte für mehr Umweltschutz durch eine Spende zu unterstützen. Überzeugen Sie sich selbst von unseren Projekten. Durch ihre Unterstützung fördern Sie unabhängigen und regionalen Umweltschutz.

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